Weinskandal on Tour: Loir, Beaujolais, Savoyen, Jura

Gregoire Perron
Gregoire Perron

Da wir ja eigentlich ziellos unser Weinsortiment zusammensammeln, ist es bei Zeiten nötig sich auf die Reise zu machen, um zu finden was wir nicht suchen. Als idealer Zeitpunkt hat sich dafür der Anfang des Jahres herauskristallisiert. Zum einen, sind die neuen Weine am werden und die Winzer zu Hause. Auf der anderen Seite, gibt es Ende Jänner immer eine große Zusammenkunft der Naturwein-Szene in der Loire. Also haben wir unsere Koffer gepackt, um eine Woche quer durch Frankreich zu reisen.

 

Wir begannen unsere Tour in Lyon, um von dort  gleich in Richtung Savoyen zu fahren. Savoyen gilt als einer der letzten ungeschliffenen Diamanten Frankreichs. Tolle autochthone Rebsorten, wie Jacquere und Mondeuse, unterschiedlichste Klimata, von burgundisch ausladend, bis hochalpin straff. Viele ganz kleine Winzer, mit wenigen Hektaren und raren Flaschen. Also genau unseres. Und wir wurden fündig. Ein  guter Freund von uns nannte uns den Namen Gregoire Perron. Unter den Klängen einer feierlichen Beerdigung, was für ein Omen, landeten wir in dem verschlafenen Nest Journans. Gregoire erwartete uns schon. Nach einer Tour durch beeindruckende Weingärten, ging es zurück in sein kleines verwinkeltes Haus, wo auch sein Keller ist. Mit seinen Ursprüngen im 17. Jahrhundert, würde es ein Höhepunkt in jedem Freilichtmuseum sein. Was wir da zu kosten bekamen, war beeindruckend, vor allem ein Faß mit Poulsard hat unser Herz höher schlagen lassen. Wenn alles klappt sollten wir in ein paar Monaten ein paar Flaschen davon unser Eigen nennen dürfen.

Danach ging es über frisch verschneite Pässe ins Jura. Zu Etienne Thibaud und seinem Freund und Mitarbeiter Arnaud Greiner. Nach diesen ersten Stationen zeigte sich schon, dass 2017 und 2018, ähnlich wie bei uns sehr warme Jahrgänge waren und die Winzer geforderten waren, früh zu lesen. Viele Weine die wir im Laufe unser Tour gekostet haben waren zu üppig und derb. Opfer der Umstände. Umso beeindruckender war die Serie von Etienne, die Roten waren leichtfüßig, wie immer, die Weißen, tief und kräftig, doch voller Spiel. In seinem Keller stand auch schon, fix und fertig, unsere Palette , die nur wartet, bis die Weine von Ganevat und Labet auch reisebereit sind. Erstmals durften wir auch die Weine von Arnaud kosten. Sechs Fässer an der Zahl. Nicht viel, aber auf den Inhalt kommt es an und der war viel versprechend. Wir sind schon sehr gespannt, vielleicht können wir da auch ein paar Flaschen ergattern.

Nach Comté und Hühnchen in Vin Jaune, ging es dann an die Loire. Drei Tage kleine und große Verkostungen zwischen Anger und Saumur. Ein Wiedersehen mit vielen Winzern aus unserem Portfolio. Besonders beeindruckt hat mich dabei die neue Serie der Domaine Octavin. Alices Weine waren super sauber -Überraschung -  lebendig, wie eh und jeh. Vor allem die Weißen sind wieder eine Benchmark für die Jahrgänge 2016 und 2017. Beeindruckend auch der Besuch bei Francois Saint Lo.

Mit das spannendste war die "Tour de Fruit", eine Messe dem Cider gewidmet. Unglaublich, welche Renaissance dieser feiert, mit spannenden Interpretationen aus nah und fern, von Quitten, mit Trauben oder Beeren fermentiert. Ein Spielplatz für Querdenker und ein Feuerwerk für die Gaumen. Da kommt einiges auf uns zu und somit auch auf euch :-). Ihr werdet begeistert sein. 

 

Nach einem kleinen Snack in Paris, ging es dann ins Chablis. Nach einer Lehrstunde in der großen Leichtigkeit des Seins bei De Moor, besuchten wir das Chateau de Beru, ein lang gehegter Wunsch. Athenais Beru, die junge Schloßherrin, empfing uns und führte uns durch ihre Welt. Die Weingärten liegen rund um das Schloss, in unterschiedlichsten Expositionen auf unterschiedlichen Höhen. Eine handvoll Einzellagen, jedes für sich ein Filetstücke. Eine Idylle. Dabei war das nicht immer so. Das verpachtete Famileinweingut wurde vor 10 Jahren plötzlich vom Pächter an die Familie zurückgegeben. Eine Situation die normalerweise nie eintritt. Sie mußte sich in 24 Stunden entscheiden ihr Leben total zu verändern. Ein privilegiertes Leben  in Paris mit einem hoch dotierten Job aufgeben, für eine ungewisse Zukunft am in die Jahre gekommenen Familiensitz. Sie zeigte Mut und entschied sich  für das Ungewise. Wir verfolgen diese Domäne nun schon seit ein paar Jahren, die Weine waren immer gut, aber das Feuer fehlte uns ein wenig. Doch die Jahre biodynamischer Arbeit in den Weingärten scheinen nun Früchte zu tragen. Die 2017er Serie, die wir zu kosten bekamen, ist exemplarisch. Es ist keine funky Interpretation von Chablis, was bei so starkem Terroire auch nicht von Nöten ist. Es geht eher um das freizulegen, was da ist. Die Expression deutlicher zu machen. Nun ist sie da, die Strahlkraft, die Tiefe. Das Vibrato eines Laserstrahls, salzig zestige Frucht großen Chardonnays. Nun schmeckt uns das und nun ist unser Trio infernal aus dem Chablis perfekt: Thomas Pico, Olivier De Moor und die Domaine de Beru.

 

Nach diesem hoch erfreulichen Nachmittag ging es weiter zu unserer letzten Etappe ins Beaujolais. Nach dem die Zusammenarbeit mir Georges Descombes aus organisatorischen Gründen einfach nicht mehr möglich war, waren wir dringend auf der Suche nach Weinen dieser so unterschätzten Region. Und was für ein Finale erwartete uns. Ein treffen mit Sylvere Trichard von Séléné und Remy Dufaitre! Der eine zurückhaltend nachdenklich, der andere laut polternd. Beide gelten als legitime Nachfolger der großen Vier rund um Marcel Lapiere, denen die Wiedererweckung dieser Region zu verdanken ist. Seidig, zarte Rotweine, hell und strahlend, süffig und betörend. Die Vermählung des kühlen Burgunds mit der Wärme der Rhône.

 

Nach 2000 Kilometer in 7 Tagen, etlichen Verkostungen, sanken wir ermattet, aber glücklich in unsere Sitze im Flugzeug zurück nach Wien. Wir waren wieder fündig geworden und alles wart Lächeln. Lasst euch überraschen, die nächsten Monate kommt viel Neues.

 

Auf euer Wohl! Santé!

 

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