Herzlich willkommen in unserer Welt.

Weinskandal on tour im Burgenland

Wir haben in den letzten Wochen wieder ein paar Weingüter besucht um den neuen Jahrgang zu verkosten.

Ganz anders als erwartet wird 2018 ein warmer Jahrgang und hat nicht nur Kraft sondern auch sehr viel Eleganz und gute Säure, hier macht sich also die Bio-Bewirtschaftung bezahlt. Wir sind schon sehr gespannt was uns erwartet! Was in den Fässern ist, lässt uns lächeln!!!


Gut Oggau, Hannes Schuster, Christian Tschida, Claus Preisinger und Judith Beck

  

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Hot, New, Sexy - New Arrivals Tasting Beaujolais, Jura, Loire

Wann: Donnerstag 25.04.2019, 16-20 Uhr

Wo: Weinskandal, Wien

 

Was: Verkostung des neuen Jahrgangs von 

 

Séléné von Sylvère Trichard (NEU), Rémi Dufaitre (NEU) - Beaujolais

Julien Labet - Jura

Cômes Isambert (NEU), Chateuau Yvonne, Sebastian Bobinet - Loire

 

Verkostungsbeitrag: EUR 10

 

 

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Auf Besuch in Barcelona - Fortbildung bei Visionären

Spanien war lange Zeit im Thema Naturwein hinten nach, sie waren vor allem gut in klassisch verstaubt, und hypermodern mit zu hohem Alkohol. Das Schicksal war ihnen aber gnädig, schenkte ihnen ein paar wache Geister und eine Revolution war geboren. Barcelona von Weinregionen umrankt wurde zu einem der Zentren, nicht zuletzt auf Grund von ein paar ganz visionären Weinlokalen, die bis heute einem Schaufenster der Avantgarde gleichen. Für uns ein alljährlich Pflichtbesuch zur Fortbildung. 

 

Der nächste Trip nach Barcelona kommt sicher bald!

 

Wir empfehlen:

 

Bar Brutal - Vins Vivants

C/Barra de Ferro, 1 - Barcelona

DI - SA 13h - 1h, SO Abend

Can Cisa - Vinos Libres

Princesa, 14 - Barcelona

DI - SA 11h - 20h

 

La mar Salada - Restaurant im Port Vell (Barcelonetta)

Pg. de Joan de Borbó, 58-59 - Barcelona

MO bis FR - 13 - 16h / 20 - 22h

SA & SO 13 - 22h

 

Garage Bar - Vins Naturals

Calabria 75 bajos - Barcelona

MO - SA 18h - 01h

 

Bar Salvatge - Treffpunkt für Winzer und Naturliebhaber

Carrer de Verdi, 50 - Barcelona

Täglich ab 19 Uhr

 

L'Ànima del Vi - Bar de Vins Naturals

Carrer dels Vigatans, 8, - Barcelona

DI - SA 19h - 0h

 

HOT NEW SEXY TASTING 21.03.

Danke fürs kommen!

Hier findet ihr die neuen Jahrgänge von MatassaMajasGanevat & Dolomies.

 

'Wein herzustellen und zu trinken ist für mich so selbstverständlich wie Atmen' - Interview mit Zsolt Sütò vom Weingut Strekov

Zsolt  Sütò vom Weingut Strekov
Zsolt Sütò vom Weingut Strekov

Weinskandal: Wie bist du zum Wein gekommen?

Zsolt: In unserem Dorf hat früher jede Familie einen Weinberg besessen. Das hat sich auch während der kommunistischen Ära noch fortgesetzt, allerdings konnte zu dieser Zeit jede Familie nur 0,2 ha besitzen. Dank dieser Tatsache haben die Menschen ihre Beziehung zum Boden, zum Weinbau und zum Wein machen nicht verloren, es ist immer noch Teil ihres Lebens.

Von meiner Kindheit an habe ich im Hobby-Weingarten meines Vaters gearbeitet. Wir haben Trauben verkauft um ein zusätzliches Einkommen für die Familie zu verdienen, was zu dieser Zeit sehr wichtig war. Und aus den besten Trauben haben wir ungefähr 1.000-1.500 Liter Wein nur für den Eigenbedarf hergestellt. Wein herzustellen und zu trinken ist für mich also so selbstverständlich wie Atmen.

auf Stockkultur gezogene Weingärten
Auf Stockkultur gezogene Weingärten

Weinskandal: Was hat dich zum Umdenken angeregt, oder was hat dich dazu gebracht Naturwein herzustellen? Ein besonderer Wein, ein Winzer? 

Zsolt: Als ich 2002 zusammen mit einem Partner "Strekov" als Weinprojekt gegründet habe,  wusste ich noch nicht viel über professionelle Weinherstellung. Ich war vor allem  Weintrinker. Vornehmlich unseres Hausweins, den wir damals schon "raw" produziert haben. Nur etwas Schwefel kam dazu.

Mein starker Parochialismus (Anmerkung der Redaktion:  Art von Engstirnigkeit,  auch "Provinzialismus", hier scherzhaft gemeint) wollte, dass ich den besten Wein aus unseren Weinbergen in unserem Dorf mache, um es der Welt zu zeigen. Mir wurde schnell klar, dass es notwendig seien würde, eigene Weinberge zu besitzen, um dieses Ziel zu erreichen. Also haben wir angefangen kleine Weinberge zu kaufen, die die Menschen nach den Veränderungen der Revolution verlassen haben. 

Am Anfang haben wir gedacht, dass wir  alle modernen technologischen Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen nutzen müssten. Doch es zeigte sich uns, dass wir durch den Einsatz von Hefen und Enzymen genau das zerstören, was wir eigentlich erhalten und aufbauen wollten. Ab 2005 haben wir die Zugabe von Zusatzstoffen zu unseren Weinen - mit Ausnahme von SO2 - eingestellt. Im selben Jahr haben wir dann auch  auf Filtration und Klärung von Rotweinen verzichtet. Ab 2011 auch bei den Weißweinen. Unsere Weinberge werden seit 2009 biologisch bewirtschaftet. Der Durchbruch kam 2012, da habe ich zum ersten Mal Weine ohne Schwefelzusatz gemacht. Und seit 2017 werden alle Weine bei uns ohne Zusatz von Schwefel hergestellt.

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Weinskandal on Tour: Loir, Beaujolais, Savoyen, Jura

Gregoire Perron
Gregoire Perron

Da wir ja eigentlich ziellos unser Weinsortiment zusammensammeln, ist es bei Zeiten nötig sich auf die Reise zu machen, um zu finden was wir nicht suchen. Als idealer Zeitpunkt hat sich dafür der Anfang des Jahres herauskristallisiert. Zum einen, sind die neuen Weine am werden und die Winzer zu Hause. Auf der anderen Seite, gibt es Ende Jänner immer eine große Zusammenkunft der Naturwein-Szene in der Loire. Also haben wir unsere Koffer gepackt, um eine Woche quer durch Frankreich zu reisen.

 

Wir begannen unsere Tour in Lyon, um von dort  gleich in Richtung Savoyen zu fahren. Savoyen gilt als einer der letzten ungeschliffenen Diamanten Frankreichs. Tolle autochthone Rebsorten, wie Jacquere und Mondeuse, unterschiedlichste Klimata, von burgundisch ausladend, bis hochalpin straff. Viele ganz kleine Winzer, mit wenigen Hektaren und raren Flaschen. Also genau unseres. Und wir wurden fündig. Ein  guter Freund von uns nannte uns den Namen Gregoire Perron. Unter den Klängen einer feierlichen Beerdigung, was für ein Omen, landeten wir in dem verschlafenen Nest Journans. Gregoire erwartete uns schon. Nach einer Tour durch beeindruckende Weingärten, ging es zurück in sein kleines verwinkeltes Haus, wo auch sein Keller ist. Mit seinen Ursprüngen im 17. Jahrhundert, würde es ein Höhepunkt in jedem Freilichtmuseum sein. Was wir da zu kosten bekamen, war beeindruckend, vor allem ein Faß mit Poulsard hat unser Herz höher schlagen lassen. Wenn alles klappt sollten wir in ein paar Monaten ein paar Flaschen davon unser Eigen nennen dürfen.

Danach ging es über frisch verschneite Pässe ins Jura. Zu Etienne Thibaud und seinem Freund und Mitarbeiter Arnaud Greiner. Nach diesen ersten Stationen zeigte sich schon, dass 2017 und 2018, ähnlich wie bei uns sehr warme Jahrgänge waren und die Winzer geforderten waren, früh zu lesen. Viele Weine die wir im Laufe unser Tour gekostet haben waren zu üppig und derb. Opfer der Umstände. Umso beeindruckender war die Serie von Etienne, die Roten waren leichtfüßig, wie immer, die Weißen, tief und kräftig, doch voller Spiel. In seinem Keller stand auch schon, fix und fertig, unsere Palette , die nur wartet, bis die Weine von Ganevat und Labet auch reisebereit sind. Erstmals durften wir auch die Weine von Arnaud kosten. Sechs Fässer an der Zahl. Nicht viel, aber auf den Inhalt kommt es an und der war viel versprechend. Wir sind schon sehr gespannt, vielleicht können wir da auch ein paar Flaschen ergattern.

Nach Comté und Hühnchen in Vin Jaune, ging es dann an die Loire. Drei Tage kleine und große Verkostungen zwischen Anger und Saumur. Ein Wiedersehen mit vielen Winzern aus unserem Portfolio. Besonders beeindruckt hat mich dabei die neue Serie der Domaine Octavin. Alices Weine waren super sauber -Überraschung -  lebendig, wie eh und jeh. Vor allem die Weißen sind wieder eine Benchmark für die Jahrgänge 2016 und 2017. Beeindruckend auch der Besuch bei Francois Saint Lo.

Mit das spannendste war die "Tour de Fruit", eine Messe dem Cider gewidmet. Unglaublich, welche Renaissance dieser feiert, mit spannenden Interpretationen aus nah und fern, von Quitten, mit Trauben oder Beeren fermentiert. Ein Spielplatz für Querdenker und ein Feuerwerk für die Gaumen. Da kommt einiges auf uns zu und somit auch auf euch :-). Ihr werdet begeistert sein. 

 

Nach einem kleinen Snack in Paris, ging es dann ins Chablis. Nach einer Lehrstunde in der großen Leichtigkeit des Seins bei De Moor, besuchten wir das Chateau de Beru, ein lang gehegter Wunsch. Athenais Beru, die junge Schloßherrin, empfing uns und führte uns durch ihre Welt. Die Weingärten liegen rund um das Schloss, in unterschiedlichsten Expositionen auf unterschiedlichen Höhen. Eine handvoll Einzellagen, jedes für sich ein Filetstücke. Eine Idylle. Dabei war das nicht immer so. Das verpachtete Famileinweingut wurde vor 10 Jahren plötzlich vom Pächter an die Familie zurückgegeben. Eine Situation die normalerweise nie eintritt. Sie mußte sich in 24 Stunden entscheiden ihr Leben total zu verändern. Ein privilegiertes Leben  in Paris mit einem hoch dotierten Job aufgeben, für eine ungewisse Zukunft am in die Jahre gekommenen Familiensitz. Sie zeigte Mut und entschied sich  für das Ungewise. Wir verfolgen diese Domäne nun schon seit ein paar Jahren, die Weine waren immer gut, aber das Feuer fehlte uns ein wenig. Doch die Jahre biodynamischer Arbeit in den Weingärten scheinen nun Früchte zu tragen. Die 2017er Serie, die wir zu kosten bekamen, ist exemplarisch. Es ist keine funky Interpretation von Chablis, was bei so starkem Terroire auch nicht von Nöten ist. Es geht eher um das freizulegen, was da ist. Die Expression deutlicher zu machen. Nun ist sie da, die Strahlkraft, die Tiefe. Das Vibrato eines Laserstrahls, salzig zestige Frucht großen Chardonnays. Nun schmeckt uns das und nun ist unser Trio infernal aus dem Chablis perfekt: Thomas Pico, Olivier De Moor und die Domaine de Beru.

 

Nach diesem hoch erfreulichen Nachmittag ging es weiter zu unserer letzten Etappe ins Beaujolais. Nach dem die Zusammenarbeit mir Georges Descombes aus organisatorischen Gründen einfach nicht mehr möglich war, waren wir dringend auf der Suche nach Weinen dieser so unterschätzen Region. Und was für ein Finale erwartete uns. Ein treffen mit Sylvere Trichard von Séléné und Remy Dufaitre! Der eine zurückhaltend nachdenklich, der andere laut polternd. Beide gelten als legitime Nachfolger der großen Vier rund um Marcel Lapiere, denen die Wiedererweckung dieser Region zu verdanken ist. Seidig, zarte Rotweine, hell und strahlend, süffig und betörend. Die Vermählung des kühlen Burgunds mit der Wärme der Rhône.

 

Nach 2000 Kilometer in 7 Tagen, etlichen Verkostungen, sanken wir ermattet, aber glücklich in unsere Sitze im Flugzeug zurück nach Wien. Wir waren wieder fündig geworden und alles wart Lächeln. Lasst euch überraschen, die nächsten Monate kommt viel Neues.

 

Auf euer Wohl! Santé!

 

Hot, New, Sexy - New Arrivals Tasting Matassa & Ganevat


Wann
: Donnerstag 21.03.2019, 16-20 Uhr

Wo: Weinskandal, Wien

Was: Verkostung des neuen Jahrgangs von 
Matassa

Ganevat

 

Verkostungsbeitrag: EUR 10

 

 

Here comes the sun over Tschechien

Filip von 7radku war am 20.02. zu Gast in Wien und hat die Sonne Tschechiens prompt mitgebracht. Er stellte uns eingangs ein Glas zum Blindverkosten hin, welches beim ersten Eindruck einem Bier glich. Hagebutten Sprudel, eine Vitamin C Bombe, low Alkohol, jo Freude. Denn gesunde Dinge schmecken uns vor allem dann, wenn sie 9 Volumenprozent haben :) Verkostet wurde weiters die Serie von 7radku, die er gemeinsam mit Honza in Tschechien produziert, Zlaty Roh, sein Einzelprojekt und Weine von Strekov, ein befreundeter Winzer aus der Slowakei. Filip geht es nicht darum, seine Weine in Schubladen zu stecken. Mit dem Begriff Naturwein kann er auch nicht sonderlich viel anfangen. Er möchte ehrlichen Wein produzieren, ohne Bluff und Täuschung, ohne Zusätze.  Die Farben der Etiketten von 7radku sollen die Farben der Weine widerspiegeln. Warum der weiße Gemischte Satz nun ein schwarzes Etikett hat, wissen wir selber nicht. Das ist allerdings auch das Einzig nicht schlüssige an einer in sich so harmonierenden Serie, die durch das Spiel von Frucht und Grip besticht. 

 

Wir möchten denjenigen, die die Verkostung verpasst haben, mit einem Kennenlern Set die Chance geben, sich genau so in die Weine zu verlieben wie wir es haben. 

  

Kennen Lern Set, here comes the sun over Tschechien

BLACK LABEL 2017, GEMISCHTER SATZ - 7RADKU 

YELLOW LABEL 2017,  Grüner Veltliner Quevre - 7RADKU 

BLANC 2017 0,75L - ZLATY ROH

FRANKOVKA BF 2017 0,75L - ZLATY ROH

PORTUGAL 2017 0,75L - STREKOV 

HEION 2017 0,75L - STREKOV

122,00 €

111,00 €

  • 7,8 kg
  • verfügbar
  • 1 - 3 Tage Lieferzeit
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7 radku - Weine ohne bullshit

Filip und Hanza vom Weingut 7radku haben sich auf der Uni in Brünn kennengelernt. Filip ist gebürtiger Slowake, Hanza ist Tscheche. Während ihrem Studium haben die beiden 26 jährigen Ideen gesponnen, wie denn ein tschechischer Wein heute auszusehen hätte. Weine ohne Bullshit, würde Filip sagen. Bullshit nach dem Sinne des Philosophen Frankfurt ist eher Fälschung als Lüge. Bullshit ist Bluff und charakterisiert sich durch vollständige Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit. Genau das wollen und brauchen sie nicht. Sie wollen ehrlichen Wein machen, der das Terroir widerspiegelt. Das Resultat: Feinstes Spiel von Frucht & Grip, Wein für Wein, ergeben im Ganzen eine außergewöhnlich schlüssige Serie, die mit das spannendste ist, das wir derzeit im Sortiment haben. Wir sind verliebt!

Am 20. Februar habt ihr die Möglichkeit mit Filip seine Weine in Wien zu verkosten! Wir haben vorab mit ihm gesprochen. Mehr Infos zur Verkostung und das Interview findet ihr unten. 

 

 

5 Fragen an Filip von 7radku
Wie kamst du zum Wein?
Da ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, in dem Wein immer eine Rolle spielte, denke ich durch meine Eltern und Großeltern. Mein Großvater macht bis heute ungefähr 100 Liter Wein pro Jahr, für den privaten Konsum. Die Atmosphäre im Herbst während der Lese faszinierte mich bereits als Kind. Das Aha-Erlebnis hatte ich dann in der Oberstufe, als ich während ich die Serie M*A*S*H sah, eine halbe Flasche Wein aus dem Beaujolais trank und dazu Käse aß. Es war, als könnte ich nicht genug von dem Geschmack bekommen. Das veranlasste mich dazu, mich mit Wein weiter zu beschäftigen. Die Geschichte, die Kunst, die Kultur und den Kummer und die Freude, die Wein mit sich bringt. Daraufhin begann ich das Studium der Ökologie an der Mendel Universität. 
Gab es einen Moment, der dich zum Umdenken angeregt hat? Ein besonderer Wein, ein Winzer.. ? 
Ich sehe es eher als buntes Sammelsurium an Leuten und Verkostungen, von meinen Großeltern, Honza, meiner Freundin bis zu dir, das mich zum Nachdenken anregt. Jede Person, jede Verkostung hat das Potential Einfluss auf mein Denken zu üben, deshalb fände ich es schwierig bis unmöglich, diesen einen Moment oder diese eine Person auszuwählen. 
Wie würdest du den Stil deiner Weine beschreiben? Was möchtest du ausdrücken? 
Ich finde nicht, dass Weine durch Stile charakterisiert werden und somit bewertet werden sollten. 
We love drinkability!
We love agebility! 
We love freshness! 
We respect the location, nature and time! 
Das ist das, wonach wir leben und was unsere Weine aussagen sollen.
Wir finden, dass die Naturwein Bewegung in der Slowakei und in Tschechien eine Blütezeit erfährt. Wie siehst du die Bewegung? Was ist das Besondere der beiden Länder für dich?
Da stimme ich dir zu. Naturwein und auch die Bewegung dazu wird immer populärer, in beiden Ländern. Das freut mich sehr, da wir dadurch eine Diversität an Weinen erleben, die nicht nur spannender, sondern auch ökologisch und besser sind. Um es einfach auszudrücken, wir haben mehr ehrlichen Wein und ehrliche Winzer, die darauf bedacht sind, das Terroir durch die Weine sprechen zu lassen.
Was ist Naturwein für dich? Hast du diesen Terminus für dich definiert?
Du kennst mich, ich mag das Wort „Naturwein“ nicht besonders. 
Für mich sind es Weine ohne bullshit. Gesunde Trauben durch gesunde und ökologische Landwirtschaft. Ohne zugesetzten bullshit wie Enzyme, Stabilisatoren, Tannine, Reinzuchthefen, künstliche Filtration etc.
Filip kommt am 20. Februar zu uns in den Laden
und verkostet mit uns HOT, NEW, SEXY
aus Tschechien und der Slowakei. Don't miss it! 
Verkostung:
Mittwoch 20.02.
16-20h im Laden
Ungargasse 28 im Hof 
1030 Wien 
€10 Verkostungsbeitrag

 


New Arrivals Tasting aus Tschechien und der Slowakei


Wann
: Mittwoch 20.02.2019, 16-20 Uhr

Wo: Weinskandal, Wien

Was: Verkostung der neuen Weine von 7radku, Zlaty Roh und Strekov
Verkostungsbeitrag: EUR 10

 

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Kommt, kommt - wir freuen uns!

Stecken wir mitten in einem neuen Weiskandal?!

Moritz, wie bist Du zum Weinhändler geworden?

 

Der Gedanke kam mir schon Anfang der 2000er. Ich war noch Sommelier. Die ersten alternativen Weine aus dem Jura, dem Roussillon, der Loire tauchten auf. Ich war fasziniert und wollte sie unbedingt meinen Gästen zeigen. Die waren aber vor allem verunsichert. :-) Ihre Euphorie galt dem Höhenflug des österreichischen Weines.
Es war die große Zeit von Robert Parker & Co. Journalisten entschieden durch ihr Urteil, was getrunken wurde. Berater, wie Michel Roland, waren deren Alchemisten. Sie konnten Wein mit Weltruhm einfach im Keller machen! Unglaublich war das. Der Glamour des sagenhaften Erfolgs der Top Chateaux im Bordeaux berauschte.  Nur Superlativen zählten, wie  das transatlantische Mega Joint Venture à la Opus One. Wir alle waren geblendet, ob der technologischen Möglichkeiten.  

Kaum merklich für Außenstehende, knirschte es aber hinter der strahlenden Fassade. Große Genossenschaften gingen pleite. Überall waren verlassene Weingärten zu finden, die Landpreise verfielen. Die Folgen der industriellen Landwirtschaft wurden erstmals öffentlich. Zeitenwende lag in der Luft. Die günstigen Grundpreise zogen Leute aus der ganzen Welt nach Frankreich. Überall sprossen neue Projekte. Man hörte von Quereinsteigern und Aussteigern, jungen Sommeliers oder Önologen, die ihren Job an den Nagel hingen, um Weinbauern zu werden. Vielen davon war ökologischer Landbau ein Anliegen. Eine bunte Welt des trial and error. 

Für sie wurden verschrobene alte Weinbauern zu Gralshütern eines neuen Weges. Sie waren die wenigen, die noch vorindustriell arbeiteten und das Wissen besaßen ohne Labor und Hightech zu vinifizieren. Sie waren die Keimzellen der Naturweinbewegung. Und irgendwie landete ich mitten in dieser Welt. Denn durch Zufall ergab sich eine Chance für mich, im Roussillon Wein zu produzieren. Mit großem Gottvertrauen gründeten wir, drei französische Freunde und ich, die Domaine Riberach. Das war im Jahr 2006. Das Roussillon war neben der Loire und dem Beaujolais eines der Zentren der Veränderung. Spannende Leute überall.  Euphorie pur! Als wir dann unsere Weine abfüllten und es ums Verkaufen ging, musste ich aber feststellen, dass  in Österreich die Zeit stehen geblieben war. Man wollte einfach nur, Wachau, Steiermark, die großen Namen des Burgenlands. Doch irgendwie mussten wir die Weine verkaufen! 

 

So wurdest du also Importeur?

 

Noch nicht gleich. Erich Wagner, der einzige inspirierte Weinhändler war offen. Er half mir sehr, aber das war zu wenig! Ich dachte mir, wenn ich will, dass die Konsumenten verstehen was wir hier machen, muss ich ihnen die ganze Vielfalt dieser neuen Bewegung zeigen. So war ich gezwungen, es selbst in die Hand zu nehmen. Behutsam begann ich mit kleinen Mengen mein Portfolio aufzubauen, denn Geld hatte ich auch keines. Zum Glück traf ich eine Handvoll junger österreichischer Sommeliers und Winzer, die mich darin bestärkten und mir die Stange hielten. Denn für die österreichischen Konsumenten waren diese Weine weiterhin sehr exotisch. Ohne René Antrag, Steve Breitzke und Konstantin Filippou hätte ich nie weitermachen können. Ihnen bin ich bis zum heutigen Tag zu großem Dank verpflichtet.  

 

Wie ging es dann weiter? 

 

In Österreich gab es bereits seit längerem  ein  paar großartige Pioniere, die sich in der Winzergruppe "Schmecke das Leben" zusammengefunden hatten. Das waren Winzer wie Sepp Muster, Franz Strohmeier und Ewald Tscheppe vom Weingut Werlitsch, um nur ein paar  davon zu nennen, doch auch sie taten sich am heimischen Markt schwer. Sie mussten sich auf den Export konzentrieren. Dort wurden sie zu Superstars, unbemerkt vom heimischen Publikum. Denn die Geschmacksbilder der Konsumenten in Österreich waren so fixiert. Alles ab der Norm wurde abgelehnt. Gleichzeitig machte Franz Strohmeier einen eigenen Wein für das "Noma". Es war zum Verzweifeln. Es war eine große Lehrstunde in Geduld. 

Der wirkliche Durchbruch kam, als sich vermehrt österreichische Produzenten dem Thema Naturwein näherten. Vor allem mit den Pannobile Winzern, für die ich seit 2006 arbeitete, gab es eine unglaublich fruchtbare Zusammenarbeit. Sie trieben mich voran, lehrten mich Vieles. Gemeinsam machten wir Bildungsreisen, deren Erkenntnisse in ihre Weinbereitung einflossen. Es entstanden neue wichtige Betriebe, wie das Gut Oggau die von Anfang an Weine in diesem Stil erzeugen wollten. Christian Tschida verfeinerte seinen Stil und beeindruckte zusehends eine größere Öffentlichkeit. Sie alle schufen einen neuen Stil des Weins in Österreich. Das Burgenland war da ein großer Motor für die Entwicklung. Mit diesen Winzern konnte eine neue Generation an Kunden heranwachsen. Mit jedem Jahrgang wurden die  Winzer mutiger, die Weine freier und die Konsumenten wuchsen mit.

Heute gibt es eine nächste Generation an spannenden österreichischen Winzern. Viele von ihnen haben bei den oben genannten gelernt und das Wissen in ihre elterlichen Betriebe einfließen lassen. Junge Winzer, wie Matthias Warnung oder Christoph Heiss, die wiederum nun eine nächste Generation beeinflussen. Im Moment gibt es in Österreich eine fulminante Entwicklung und wir, als Weinskandal wollen ihr Zuhause sein.  

 

Warum eigentlich der Name Weinskandal?

 

Die Weine, für die ich brannte, verstießen scheinbar gegen alle Regeln des guten Geschmacks. Vor allem des gesetzlichen! Sie alle waren nach österreichischer Definition keine Qualitätsweine. Dabei waren sie einfach nur möglichst unverfälscht gemachte Weine! Unfiltriert, spontan vergoren. Zutiefst traditionell. Ohne massive Zusätze und technischen Aufwand produziert. Damit waren sie vom Geschmack her anders und somit keine Qualitätsweine. Das fand und finde ich skandalös! Denn es ist bis heute so!  Dafür sind Weine mit hunderterlei Zusätzen erlaubt, von Tartrat über Enzyme bis Tannin. Ohne Deklarationspflicht am Etikett. Diese Weine stehen im Regal alle neben einander, unmöglich für den Konsumenten zu unterscheiden. Für mich eine unerträgliche Situation. Denn es wird nicht ehrlich kommuniziert! Ähnlich wie zu Zeiten des Weinskandals - überspitzt gesagt. 

 

 

Gibt es also einen neuen Weinskandal? 

 

Ich hoffe nicht! Doch kann es nicht sein, dass verängstigte Weinbaufunktionäre im Schulterschluss mit großen Chemiekonzernen eine Branche in Geiselhaft nehmen. Keine Veränderung zulassen. Die wesentlichen Grundzüge wären, eine Deklarationspflicht, ähnlich der von Lebensmittel; weiters eine neue Definition von "Qualitätswein". Unsere ist über 30 Jahre alt. Wir reden hier nicht von Weinen, die in irgendeiner Art und Weise gesundheitsgefährdend sind! Das Gegenteil ist eher der Fall!  Was damals  teilweise als Weinfehler festgelegt wurde, ist im historischen Kontext schlüssig, aber eigentlich vollkommen willkürlich. Denn so wie es heute ist, dass beispielsweise ein Grüner Veltliner, der aufgrund von Reinzuchthefen nach Sauvignon blanc schmeckt, als herkunftstypisch durchgeht, aber ein spontan vergorener Wein dies nicht schafft, das finde ich absurd. Ungeschönte Weine sind keine exotische Erscheinung, es sind Weine die in handwerklicher Tradition hergestellt werden. Nur weil der Wein leicht trüb ist, wird er als hochfärbig und mostig, somit als fehlerhaft abgeurteit. Das ist extrem frustrierend für Winzer.  Bei Bier gibt's Zwickel! Warum darf es bei Wein keine Kategorie geben? Das wäre für Konsumenten extrem hilfreich! Heute wird der Wein automatisch abgewertet auf Landwein, ohne Herkunft und Sorte! Wenn ein Wein stark nach den Röstaromen des Fasses schmeckt oder den zugesetzten Aromen eines solchen, hat er kein Problem. Dieser Wein ist für mich aber fehlerhaft. Was hat denn das mit Sortentypizität zu tun? Konsumenten haben heute andere Ansprüche als gestern. Es geht viel mehr um Bekömmlichkeit, Inhaltsstoffe, nachhaltige Bewirtschaftung und um glaubwürdige Deklarationen!  Also eine große Chance für ein Gütesiegel, wir dürfen sie nicht versäumen!

 

Welche Rolle kommt dabei dem Weinhandel zu? 

 

Ich denke, hierbei fällt uns eine große Rolle zu. Wir beraten und informieren Kunden. Wir sind ein Sprachrohr der Winzer. Obwohl das vielleicht bei all den Rabattschlachten etwas aus den Augen verloren wurde. Wein ist kein Gebrauchsartikel. Es ist ein Kulturgut und darin liegt auch die Chance für uns als kleine Händler.

 

Wie meinst du das?

 

Wir müssen Botschafter dieses Kulturgutes sein, nicht nur Logistiker. Das machen Amazon oder Merkur besser. Ein klares Profil haben. Nicht von jedem Dorf einen Hund. Das bedeutet, reisen, verkosten, die Leute hinter den Weinen kennen lernen. Das  bedeutet viel Einsatz von Zeiten und Kosten. Es macht aber auch viel Spaß und es kommt viel zurück. Wenn wir  Botschafter dieser Menschen sind, dann ist unsere Arbeit wertvoll und  dann können wir auch etwas bewegen. 

 

Was sind so die aktuellen Anliegen von dir?

 

Zum Beispiel, den Konsumenten ihre Verantwortung vor Augen führen. Es  kann nicht sein, dass ein Bauer für ein Jahr Arbeit nicht einmal einen Euro pro Kilogramm Trauben bekommt! Der Konsument hat es aber in der Hand. Es gibt eine Faustregel für Kosten, netto, € 1,-- das Kilo Trauben für den Bauern, € 1,-- die Flasche, der Kork, das Etikett, dann kommen der Transport und die Lagerkosten darauf, die Marge des Händlers und die Steuern! Bei uns kostet der günstigste Wein € 6,50. Das ist ein Wert der durchaus möglich ist. Aber darunter? Diese Rechnung zahlt immer der Bauer! Das ist einfach vielen nicht bewusst. Wie geil ist Geiz denn wirklich?

Auch versuchen wir, den Kunden vor Augen zu führen, dass es nicht egal ist, was sie trinken!  Biologisch bewirtschaftete Weingärten, die schadstoffärmere Weine produzieren. Wenn es ihnen beim Essen ein Anliegen ist, warum dann nicht auch beim Trinken? Es geht hier um unsere Gesundheit!  

 

Abschließend, wie geht es weiter mit Weinskandal? Was gibt es Neues?

 

Keine Ahnung! Es gibt noch so viele Dinge, die uns beschäftigen. Im Moment versuchen wir gerade, spannende internationale Weinmagazine aufzutreiben, wie Pipette, Glou Glou oder Nobel Rot. Neue Stimmen und Meinungen nach Österreich zu holen. Dort findet man tolle Reportagen, wunderschöne Hefte, tolles Art work. Weiters stecken wir viel Zeit in die Texte von www.weinskandal.at - es soll noch stärker unsere Welt abbilden. Es gibt noch so viel, das in uns schlummert. Insider Tipps von Bars und Restaurants in anderen Städten, Reiseberichte, Interviews mit Winzern...

Dann fahren wir nächste Woche nach Frankreich, um viele Weingüter zu besuchen, unter anderen ein paar neue, auf die ich mich schon sehr freue. Aus dem Jura, Savoyen, Beaujolais, Burgund. Wir werden sehen. Wie es aussieht bekommen wir Chateau de Béru aus dem Chablis für Österreich neu dazu. Ich bin schon voller Vorfreude.

Also einfach wieder hineinschauen, we'll keep on rocking!

 

 

Das Interview mit Moritz Herzog führte Sonja Zettl, jetzt neu in der Weinskandal online Redaktion.

 

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews: "Was ist Naturwein?"

Noble Rot - Sex & Drugs & Pinot Noir

Wer dachte Print ist tot, irrt sich gewaltig. Es entstehen gerade unglaublich spannende unabhängige Weinmedien.

Aufwendig gemacht, gut recherchiert, voll von Tipps über Weinbars und Weinregionen.

 

Mit Noble Rot ist das erste gerade bei uns eingelangt!   

 

Ab sofort sind die Magazine ab der ersten Ausgabe 2017 bei uns im Laden und auch im online Shop erhältlich.  

Sichert Euch die Sammlerstücke!

2019

Ausgabe 19, ab Februar 2019

2018

Ausgabe 18  - Return Of The Wines With Attitude

Ausgabe 17 - Wine From Another Galaxy

Ausgabe 16 - Generation Burgundy

2017

Ausgabe 15 - Make Wine Not War

Ausgabe 14 - Wine On The Edge

Ausgabe 13 - Where everybody knows your name

 

Noble Rot publiziert 3 Magazine pro Jahr, alle 4 Monate eine Ausgabe.

 

Noble Rot

Noble Rot magazine is the home of exciting wine and food writing. Since 2013 Noble Rot has seen chefs Pierre Koffmann, and Yotam Ottolenghi rubbing shoulders with Kiera Knightley, Brian Eno, Caitlin Moran, Mark Ronson and LCD Soundsystem, blurring the boundaries between gastronomy and the creative arts. 

 


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WEINSKANDAL

Weinhändler  -  Weinladen & Online Shop  -  Weinverkostungen

Naturwein, Pet Nat, Champagner, Sekt, Frizzante, Wermut, Cider uvm.

Wine Dealer  -  Wine Store & Online Shop  -  Wine Tastings

Natural Wine, Pet Nat, Champagne, Sparkling wine, Frizzante, Vermouth, Cider and much more

Öffnungszeiten: Di. - Fr. 16 - 19 Uhr, Ungargasse 28 (im Hof), 1030 Wien, Österreich

+43 676 83 85 81 82, shop@weinskandal.at

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