Herzlich willkommen in unserer Welt.

Gamay ist nicht nur Nouveau!

Die Beaujolais Rebsorte Gamay ist gerade eines der heißesten Eisen Frankreichs. Viele Naturweinwinzer entdecken sie neu. Denn Gamay war, ähnlich dem Zweigelt bei uns, Opfer des Industrieweinwahns und zur Belanglosigkeit versklavt. Ihre verspielt tänzelnden Weine vergangener Tage gerieten in Vergessenheit. Doch wie Phönix aus der Asche erhob sich das Beaujolais in den letzten Jahren  und mit ihm ihre Leitsorte. 

Angestoßen durch Visionäre wie Jules Chauvet oder Marcel Lapierre begeistert eine junge Generation an Winzern aus dem Beaujolais heute wieder die Weinwelt. Traditionell wird Gamay dort in ganzen Trauben, ohne zu rebeln, in großen Bottichen vergoren.  Früh und ohne Zusatz von Schwefel gefüllt. Für viele gilt diese Gegend  und diese Methode als die Mutter des Naturweins. Es entstehen fruchtbetonte süffige Weine mit seidiger Struktur. Doch Gamay hat viele Gesichter. Je nach Anbaugebiet transportiert sie durchaus Herkunft, wobei das Beaujolais als die goldene Mitte bezeichnet werden darf. Wenn sie nördlicher angebaut wird, wie an der Loire oder im Jura nähert sie sich in ihrer Art dem Pinot Noir - kühler, herbaler und filigran. Sieht sie die Sonne mehr, wie etwa an der Rhône, bekommt sie Kraft und dunkle Würze und stellt das Bindeglied zum Syrah her. Immer tänzelnd, immer süffig. 

Also genau das, was wir am liebsten trinken.  

Anbei findet ihre ein paar der spannendsten Vertreter aus unserem Sortiment, probiert es doch mal aus.

 

Die goldene Mitte!

Seidig zart von Remi Dufaitre, etwas dunkler vom Aufsteiger des Jahres Sélené. Manchmal sogar burgundisch, wie von Sextant.

 

Nördlich elegant!

Würzig und rund von der Loire  à la Clos de tue boeuf, oder durchscheinend hell und mörder funky von Francois Saint Lô.

Verspielt straff aus dem Jura von der Domaine Dolomies.

 

Südlich kraftvoll!

Vom Großmeister der nördlichen Rhône Hervé Souhaut.

Aus Savoyen stoffig und zum Verlieben elegant  Marie & Florian Curtet.

oder freaky maskulin von Grégoire Perron von der Domaine La Combe aux Rêves!

 

Wie es euch gefällt! Check it out!

 

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EIN WEIHNACHTSMÄRCHEN!

Wie ihr euch ja vorstellen könnt, wird bei uns hin und wieder ein Gläschen getrunken. Bei einer dieser letzten Gelegenheiten war Weihnachten plötzlich Thema. Das Fest das immer ganz weit weg scheint und plötzlich - oh du Fröhliche - vor der Tür steht.

Epochale Fragen sind zu klären, wer kauft den Baum, welche Verwandten werden eingeladen und vor allem, was kochen wir!

Traditionell oder Zeit für Veränderung? 

Diese Frage können wir euch nicht beantworten, aber beim Plaudern sind wir darauf gekommen, dass jeder von uns seine ganz eigene Weihnachtstradition hat und es hat uns riesigen Spaß gemacht, dazu unsere Lieblings-Weihnachtsweine auszusuchen.

 

Bei Erich gibt es Bodenständiges -Seewinkel trifft Lesachtal!

Bei der Familie Andert hat sich die Verwandtschaft aus Kärnten angesagt. Schwiegervater, Schwiegermutter,.. wir alle kennen das. Da muß der erste Eindruck gelingen, denn sonst hängt der Haussegen schief, bevor es überhaupt los gegangen ist. So gibt es "Cuvée Chloé - Brut Nature". Feinster biodynamischer Champagner, ganz ohne Schwefel, von Vincent Couche - wenn "himmlisch" eine Weinkategorie ist, hier wird sie schmeckbar. 

Das Festmahl ist traditionell - Bratwurst, Geselchtes und Sauerkraut. Erich findet funky Rosé dazu perfekt. Die haben genug Struktur für das derbe Gericht, aber auch die nötige Frische, damit man nicht einschläft. Sein Favorit dabei ist "Marie Rosé" von Baptiste Cousin aus der Loire. Der Rest der Mannschaft könnte sich aber auch "Winifred" von Gut Oggau dazu gut vorstellen. Danach gibt es leichten, gekühlten  Rotwein. Mit Power. "Pinot Noir Las Nubes", die Chilenische Amour fou von Dominique Derain. Ein Freudenspender - süffig, beschwingt & rund.

Weil Erich ein Seewinkler ist und es sich hier um ein Festmahl handelt, muss es natürlich etwas Süßwein geben. Unser aller Favorit dabei ist "Diables" von Amós Baneres! Ein Elixier. Ein Konzentrat an trinkigem Süßwein. Trauben süß & orangenzesten sauer. Unglaublich facettenreich und lustvoll. Bringt jedes Weihnachtskeks zum Jodeln und die Schwiegermutter zum Lächeln. Diese Art von Wein hält monatelang nach dem Öffnen, also keine Panik, ist auch perfekt in Schäferstündchens :-) 

Vermutlich gibt es auch "Wermutlich" mit Tonic, das weiß man aber noch nicht gewiss!

 

Bei Sonja, Master Mind der Bits & Bytes beim Weinskandal, gibt es Truthahn mit Stuffings. Nach kanadischem Rezept ihrer Schwiegermutter.

Der eigentliche "Festakt" dabei, so meint Sonja, ist die stundenlange Vorbereitung des Fliegers. Hierbei lassen sich Sonja & Teja nicht nur von ihren 2 Kindern unterstützen, sondern  auch von einem Gläschen Prosecco. Die innere Ruhe, die in einer Flasche "Naturalmente Frizzante" steckt, sei nicht zu unterschätzen.

Zum goldgelben Vogel mit pumpkin & sweet potatoes stuffing gibt es "Oranges" aus Apulien von Calcarius. Wer es klassischer haben will nimmt's burgundisch. Vielleicht einen "Aligoté" von Sextant, oder ein "Grüner Veltliner vom Ungerberg" von Hannes Schuster. Wenn die Kinder dann, über dem Geschenkeberg ermattet die Augen schließen, gibt es Shochu, Reisschnaps, der bringt Leben in die ermatteten Glieder.

 

Moritz junior feiert bei seinen Eltern. Da wird in großer Runde Gebackenes serviert.

Zum Vorglühen mit Freunden wird  Wieselburger und Pet nat  gereicht - für die Freunde des Fruchtigen gibt es "Pet Nat Rosé" von Matthias Hager, für die mineralische Fraktion, herrlich frischen Chenin Sprudel namens "Rififi" von den Bobinets aus der Loire.

Damit die innere Uhr gleich weiß worum es heute geht, gibt es zu Beginn Gänseleber.  Dabei wird auf  feinsten Stoff aus dem Elsaß gesetzt "Le Jardin La Haut". Vor allem weil er auch ein wunderbarer Begleiter zum Shrimpscocktail und dem mediterranen Oktopussalat ist. Die Frische kommt vom  Riesling, die feine Aromatik vom Gewürztraminer. Für alle die es österreichisch haben wollen, sei den Mutigen der "Muskat Freyheit" von den Heinrichs und den Gaudizischern eine Magnum "Weiss 2017" vom Kaarriegel aus der Südsteiermark ans Herz gelegt.

Nun folgt der legendäre Karpfen gebacken mit Sauce tartare. Wir raten hier zu Saft mit Kraft. Fast ideal erscheint dabei der "Blanc" von Zlaty Roh, Grüner Veltliner & Weissburgunder von jenseits der Donau. Klar, strahlend, cremig und wumms! Classy with a kick! Den Naturalistas sei  ein Wein von Werlitsch empfohlen - ob "Welsch", wenn's juicy sein soll, oder "Ex Vero", wenn "Ommmm" das Ergebnis sein soll.

Zum Dessert gibt es dann noch einen gekochten Pudding, eine Art Flan - dazu empfiehlt sich etwas aus der Mosel -"feinherb" ;-) - wie man so sagt, das gibt es auch in richtig lustig von Herrn Trossen.

 

Last but not least, gibt es noch den Chef des Stammtisches. Bei Moritz Senior, der nicht, wie so mancher glaubt, Vater von Moritz Junior ist, gibt es "world food", oder wie immer man das nennt.

 

Am Beginn steht fischiges - gebeizter Lachs, Sashimi, Ceviche und Salate. Eine gaumentechnische Herausforderung - Knochen trocken muss sein, mineralisch oder oxidativ kann da der Ansatz sein. Klassischer "Blanc de Blancs Champagner" vereint dies alles und geht sicher perfekt dazu. Bei Herzogs wird es jedoch stiller zugehen. Zur Wahl stehen "Miraflores" von Cota 45, oder Joan Rubios "Xarellos". Außergewöhnliche Stillweine. Zarte Frucht, cremig, dicht, mit salziger Komponente. Kaum merkliche Säure, aber durch feinste Bitternoten, ein Vibrato an edler Frische. Etwas mehr "dirt" hätte weißer Burgunder á la Valette, oder Weißburgunder aus den Amphoren des Herrn Preisinger. Wenn der Gusto nach mehr Oxidativem verlangt, gibt es "Revolution White Solera" von Johannes Zillinger. Man wird sehen.

Zum Hauptgang gibt es koreanisch. Eine Lachsseite mit einer Ingwer-Chilli-Mayonnaise im Ofen zart gegrillt. Also feine asiatische Schärfe mit viel Umami. Dazu gibt es "Matassa blanc" oder "Non Tradition weiß" von Christian Tschida. Weine, also die dieses gewisse Etwas haben, was nicht nur den Koreaner zu spontanen Freudensbekundungen hinreist, sondern auch uns zu einem  wohligen "mmmm:-)" und spontanem Nachschenken verleitet. Also großes Gaumenkino!

Zum abschließenden Käse gibt es "Porta #4" von Strekov. Die Assemblage der besten Fässer aus 6 Jahrgängen. Unter Florhefe veredelt. Ein genialer Allrounder der es mit der frischen Ziege genauso aufnimmt, wie mit dem reifen Münster. Das Fest sollte gelingen.

 

Der Rest der skandalösen Mannschaft wusste noch nicht was es geben wird, wohl aber was sie trinken werden. Da ist bei Flo mit Sicherheit der sprudelnde Aligoté "Ecume" dabei, bei Lena ein Fläschchen aus dem Jura.

 

Wir hoffen euch ein paar Anregungen zu einem bacchantischen Weihnachtsfest gegeben zu haben. Wenn ihr noch Tipps braucht, oder wissen wollt, wie diese Weine schmecken, dann schaut vorbei. Am 12.12.20119 zwischen 16-20 öffnen wir unsere Favoriten zu einer Weihnachtsspecial Verkostung im Shop. Für alle die da keine Zeit haben, einfach im Laden vorbeikommen oder auf TROST & RAT drücken.

 

Alles Liebe & eine naturweinreiche Weihnachtszeit!

Euer Weinskandal

 

 

 

 

Weihnachtsspecial Verkostung

Beim letzten Tasting in 2019 öffnen wir unsere Favoriten des Jahres - kommt zu unserem Weihnachtsspecial Tasting bei uns im Laden.

 

Sextant, Calcarius, Joan Rubio, Zlaty Roh, Christian TSCHIDA, Derain, Cota 45, und viele mehr.

 

Wann: Donnerstag 12.12.2019, 16-20 Uhr

Wo: Weinskandal, Wien

 

Verkostungsbeitrag: EUR 10

 

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Wo gibt es in Wien Gutes zu trinken? Wo hin nach der Karakterre?

Lange Zeit war es  nur den Insidern vorbehalten lustvoll Naturwein zu trinken. 

Neben den Partners in crime der ersten Stunde MAST, FilippouO boufésMochi, Taubenkobel, SteirereckMraz & Sohn und Glacis Beisl gab es nur Öde!

Endlich tut sich was, zumindest in Wien. In allen Bezirken, für alle Lebenslagen. Also Lokale, wo man jeden Tag hingehen kann, sich mit Freunden treffen kann, ohne vielleicht vorher das doppelte Gehalt bekommen zu haben. 

 

Anbei ein paar Highlights:

 

Rund Bar - eine wunderschönes Lokal, gleich neben der Mahü und umwerfend gut! Gibt's net! Gibt es - endlich!

Espresso - eine Legende,  Künstlerlokal mit ganz viel Herz, gutem Essen & nun auch mit mörder Weinen offen! Achtung, Ort zum Hängenbleiben!

Ramasuri - Vom Brunch bis spät in die Nacht - essen, trinken, lachen - ein Platz für alle Gelegenheiten! Danke Gabriel!

Kikko Bā - Der Mochis letzter Wurf. Tapas  mit japanischem Touch & vielen tollen offenen Weinen - we are loving it!

Alma -  Große Gemüseküche mit Funk zu kleinen Preisen. Viel Liebe, super gemütlich. Toller Wein zum dort trinken oder mitnehmen.

Grace - Petra & Olli zeigen dass fine dining auch sehr persönlich geht! Eine Perle.

7 North im Max Brown - Hotelrestaurant?! Die Leute vom Miznon machen Restaurant. Alles auf den Tisch, das große Gemetzel. Szenelokal mit gutem Wein :-)

Edelschimmel - toller Käseladen, super Service, dazu ein spannendes Gläschen  und die Welt ist schön!

Öl - Endstation Sehnsucht?! No way, last exit vielleicht, aber mit tollem Bier & Wein - für Barflieger und Nachtschwärmer

 

Für alle die das Gute auf der diesjährigen Karakterre suchen, ein paar Tipps:-):

Weingut Sepp & Maria Muster

Weingut Strohmeier

Weingut Werlitsch

Gut Oggau

Christian Tschida

Weingut Wenzel

Claus Preisinger

Rennersistas

Andert

Heinrich

Franz Weninger

Nittnaus

Judith Beck

Joiseph

Joannes Zillinger

Michael Gindl

Piquentum

Weingut Schmitt

Marto Wines

Dluhe Grefty

Calcarius

Fruktstereo

NATURWEIN NOW! 2019

Das war die Naturwein-Messe 2019 im ODEON 

 

Wow, das war ein Event. Mit über 500 Besuchern bebte das Odeon in einem herrlichen Naturwein Mood!

60 Naturwein-Winzer aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Rumänien, Slowenien, Kroatien und der Slowakei zeigten eine beeindruckende Entwicklung  bei ihren Weinen. Der Gedanke daran macht uns jetzt noch schwindelig, aber nicht nur vom Alkohol ;-). Anbei ein paar Impressionen: 

 

Alle Fotos oben © Belle & Sass Photography

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LICHTBLICKE FÜR DIE LÄNGERWERDENDEN NÄCHTE

 

Hier kommen die HERBST DRINK FAVORITES vom Weinskandal Team:


"Punk is not dead" findet Moritz und trinkt Bois Guyon von Saint-Lô 

Lena flüchtet in Alice's Wunderland mit Grenabar von Octavin

Moritz jun. ist in unseren Neuzugang verliebt - Rot von Christoph Hoch

Flo sucht die unerhörte Leichtigkeit des Pet Nats - Ecume von Sextant 

Erich - Nubes, wunderschöner frischer Rotwein aus Chile - ein Projekt von Dominique Derain

Csaba, unser Mann hinter dem Lenkrad, trinkt großartigen - Apfelsaft - Weninger

Sonja, Master mind der Bits & Byts sehnt sich nach dem Süden - Orange Puglia, Mandarine in der Liter Flasche, Calcarius

Weingut Michael & Erich Andert - Die Zauberer des Zweigelts!

Weingut Michael & Erich Andert

 

Erich & Michael Andert sind Wegbegleiter des Weinskandals der ersten Stunde. Ihr 4,7 ha großes Weingut liegt in Pamhagen im Burgenland. Dem sogenannten Seewinkel. Einem Zwickel, gebildet durch das östliche Seeufer des Neusiedlersees und der Staatsgrenze zu Ungarn. Die größte europäische Steppenlandschaft, die Puszta, findet hier ihre nördliche Begrenzung. Im Sommer haben wir uns auf ein Gläschen bei ihnen am Laerchenfeld getroffen. Einem Ort mit ganz besonderer Ausstrahlung, einem fast ritisch erscheinenden Platz. Michael, genannt Mike, trifft die "Hauptlast" der Arbeit. Er ist zuständig für die Weingärten, die Kellerarbeit und was sonst noch so anfällt. Erich steht mit seinem feinen Gaumen mit Rat und Tat zur Seite und ist für viele das Gesicht nach außen.

 

Wie ging das Ganze denn eigentlich los, fragen wir?

"Den ersten Wein aus eigenen Trauben machte Mike 1997. Ich kann mich an ihn noch so gut erinnern. Ich war selbst gerade in der Gastronomie als Praktikant tätig und habe ihn oft ausgeschenkt", erklärt uns Erich. "Der Wein war ein Cabernet Sauvignon. In Anlehnung an die großen Bordeauxs, 4 Wochen auf der Maische, viel Tannin, viel Kraft, 14 Volt. Harte Cuvees verschlossen in der Jugend, ganz der Mode der Zeit entsprechend. Das Thema Weißwein war damals für uns unbedeutend. Unseren ersten Weißwein gab es erst 2002. Eine Cuvee aus Ruländer (Grauburgunder) und Neuburger,  genannt Pamhogner weiß. Hohe Reife bei den Trauben, sprich Kraft, war das Ziel. Deutliche Röstigkeit vom Fass nicht unerwünscht." meint Erich. "Da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Frühere Lese, damit weniger Alkohol, weniger Holz Einfluß. Heute arbeiten wir viel zarter bei der Extraktion der Maische, vielleicht ein Drittel der Zeit. Bei Rot und Weiß fast gleich. Manch einer nennt das heute "im Trend" oder "modisch",  ich denke passender wäre es diese Art des Ausbaus traditionell zu bezeichnen." 

Die Entwicklung ihrer Weine hat uns vom Weinskandal in den letzten Jahren staunen lassen, von braven österreichischen Weinen, hin zu einer Tiefe und Verspieltheit, die beeindruckt. Monumente des freien Denkens.

Erich  lächelt und trinkt einen Schluck Rosé:"Mein Bruder kam 1999 erstmals mit der biodynamischen Idee in Kontakt. Damals war er Chef de Culture von Niki Mosers Hedwighof in Apetlon. Er selbst hatte Ende der 80er Jahre bei uns zu Hause Weingärten gepflanzt, die er im Nebenerwerb bewirtschaftete. Er begann 1999  biologisch organisch zu arbeiten. 2003 ging er einen Schritt weiter und stellte auf biodynamische Bewirtschaftung um. Die Veränderung war sensorisch sofort spürbar, das war eigenartig. Trotz der großen Trockenheit und Hitze im Jahre 2003, hatten die Weine mehr Frische, mehr Säure. 2007 wurde er schließlich Mitglied bei Demeter Österreich. Nach 4 Jahren der Umstellung gab es 2011 die ersten  zertifizierten Weine. Für Mike eine große Genugtuung."  

Weingut Michael & Erich Andert
Erich & Michael Andert in ihrem Weingarten in Pamhagen

 

"Die Gedanken Rudolf Steiners, dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bringen Himmel und Erde wieder zusammen. Den Kreislauf wieder herzustellen, darum geht es, die Prozesse nicht getrennt zu betrachten. Alles beeinflusst einander.", meint Mike.

 

Wer einmal bei den Anderts zu Gast am Laerchenfeld war, spürt sofort was er damit meint. Eine Oase der Vielfalt. Blumen und Kräuter überall, umschwärmt von  Myriaden an Insekten. Obstbäume und Gemüse wo man hinsieht. Sie halten Nutztiere, wie Schafe, Geflügel und ein kleines Hängebauchschwein, um ihre eigenen Lebensmittel herzustellen. Aus dem Mist stellen sie Kompost für die Weingärten her. Nur so kann, laut Steiner, die volle Information des Ortes in den Kompost gelangen. Also die volle Energie des Ortes sich entfalten.

"Die Weingärten werden von Jahr zu Jahr stabiler, energetischer. Vor allem seit wir gar nicht mehr spritzen. Keine Herbizide, keine Fungizide sowieso, aber auch kein Kupfer und Schwefel. Nur mehr Kräuterauszüge die in Form von Tees ausgebracht werden."

Ein totaler Verzicht auf Spritzmittel scheint für die meisten Winzer illusorisch. Die einzige Möglichkeit Pilzerkrankungen, wie echten Mehltau (Odium) und falschen Mehltau (Peronospora) in den Griff zu bekommen. Erkrankungen die zu einem großen Ernteausfall führen können.

"2016 war es ein riesen Risiko, doch durch den massiven Frost im Frühjahr war bereits fast alles verloren. Time to gamble. 2017 war ein wunderschönes Jahr. 2018 haben wir etwas hoch gepokert. Doch eigentlich hat es gut geklappt, obwohl die Peronospora Druck gemacht hat. 2019 war ein Bilderbuch Jahrgang. Da war dann das System schon stabiler. Seit wir nicht mehr spritzen werden die Schritte dorthin immer größer.", findet Erich. "Wir glauben zu sehen, dass der Weingarten, weil er nie in seinem Wachstum gestoppt oder blockiert wird, sich schneller und besser in Richtung Balance und damit Resistenz entfalten kann. Das sieht man sogar als Laie und spürt man." Entwaffnend für alle Skeptiker der biodynamischen Landwirtschaft.

Das für uns so Erstaunliche ist, dass es auch für uns zutiefst nachvollziehbar ist, was er sagt, weil es schmeckbar ist. Die aktuellen Weine aus dem Fass scheinen so strahlend und balanciert, wie nie. Egal ob maischevergorene Weiße, die oft in der Jugend sperrig erschienen oder die immer zarter werdenden Roten.

 

Ist es wirklich nur die Bewirtschaftung oder haben wir ignoranten Weinsnobs ein Kleinod großen Terroirs übersehen?

"Ich denke, dass unsere Gegend in Pamhagen einzigartig im Burgenland ist. 120 MSH, schwarzer intensiver Sand mit etwas Schotter durchzogen. Keine Erhebung weit und breit. Das Krasse an unseren Weingärten ist auch, dass sie fast im Wasser sitzen, denn der Grundwasserspiegel ist etwa 1 Meter unter der Oberfläche!", meint Erich. Das klingt aber nicht nach Leiden und Überlebenskampf für die Weinstöcke! Komplett konträr zu dem, wie Lehrbücher großes Terroire bezeichnen würden?! 

 

Kann man aus solchen Weingärten Herkunft schmecken, oder ist es vor allem die Art der Bereitung des Weines, die den Wein ausmacht?

"Wie viel Schwarzerdeboden man bei uns schmeckt, oder nicht  schmeckt weiß ich nicht. Es erscheint mir irrelevant. Macht es einen Weine per se besser, wenn er nach Leithaberg, oder Gols schmeckt? Was soll das überhaupt sein. Natürlich gibt es Aromen die wir mit Herkunft verbinden. Dies schmeckt nach Frankreich, das nach Italien. Aber geht es nicht vor allem darum, dass Wein gut schmeckt. Was bedeutet Sortentypizität oder Lagen Typizität? Was ist das Pfefferl bei Grüner Veltliner? Wir haben auch Grünen Veltliner, da gibt es das nicht. Für mich ist das ein Zeichen von Unreife, aber nicht von der Sorte und schon gar nicht von Herkunft!", gibt Erich zu bedenken. "Es gibt im Seewinkel keine Erhebungen wie sonst überall, vielleicht wirklich nicht ideal für Blaufränkisch, aber für Zweigelt scheint es mir ideal. Wir haben 2/3 unserer Fläche mit Rotwein bepflanzt. Davon sind 90% mit Zweigelt besetzt. Zweigelt wird qualitativ in Österreich immer hinter Blaufränkisch gestellt. Das verstehe ich nicht. Zweigelt hat so viele Facetten, von einem spannenden Rosé, über einen leichten Rotwein mit 9,3 Alk. Er ist ein perfekter Cuvee Partner und hat eine ganz eigene Charakteristik in speziellen Lagen, wie Rustenacker, unserem ältesten Weingarten. Ich denke die Sorte ist oftmals nur Opfer von zu viel Ertrag. Der Vorteil bei Zweigelt ist, dass auch in heißen Jahren, die Zuckergrade, sprich der Alkohol, nicht davon laufen. Ganz anders zum Beispiel bei Pinot noir. Wir haben im heißen Jahrgang 2013 eine Vorlese gemacht, da hatten die Trauben 18,5 KMW (KMW bedeutet Klosterneuburger Mostwaage. Dabei wird der Zuckergehalt in unvergorenen Trauben bei der Lese gemessen. Dieser Wert gibt Aufschlüsse wie hoch der zu erwartenden Alkoholgehalt nach der Gärung seien wird. Ein wichtiger Wert zur Festlegung des Erntezeitpunkts). 2 Wochen später, bei der Hauptlese, hatten wir denselben Wert. Einzig der Geschmack und die Balance veränderten sich. Hier sehe ich einen merklich positiven Einfluss durch die biodynamische Bewirtschaftung. Der Traubenansatz und die Blattmenge ist gegenüber früheren Jahren, deutlich gesunken. Wir müssen keine Trauben mehr auf den Boden schneiden und können alle Trauben nutzen. Dies geschieht in mehreren Lese Durchgänge. Zumeist 3-bis 4. Zuerst den Verjus, dann den Traubensaft, dann für den leichten Rotwein "1000 ML" und dann die Hauptlese für alle anderen Qualitäten. Das System ist traumhaft. Wir steuern den Typ Wein einzig mit dem Lesezeitpunkt. Wie viel das mit dem Terroire zu tun hat, weiß ich nicht!", meint Erich schmunzelnd und fügt hinzu, "Die totale Ausbeute ist für kleine Betrieb , wie dem unseren, ein großer Vorteil. Ökonomisch, wie ökologisch, denn das bedeutet vor allem weniger Traktorfahrten in den Weingärten. " 

Gefragt nach den Aushängeschildern des Weinguts meint Mike: "Für uns persönlich ist es mit Sicherheit der Zweigelt Rustenacker. Unser ältester Weingarten, gepflanzt von meinem Vater. International zum Durchbruch verholfen hat uns der Ruländer. Seit 2006 machen wir ihnen in einem ganz eigenen Stil. An die 2 Wochen auf der Maische vergoren. Das gibt ihm viele Facetten, eine erdige Würze, viel Struktur und Frische aus dem Gerbstoff."

Gerade ihre Weißen erinnern oft an viel südlichere Regionen als das Burgenland. Gefragt nach ihren Vorbildern wird alles klar. Es waren Reisen in die Karst Regionen Italiens und Sloweniens. Allen voran die Weine von Branco Cotar der frühen 2000er, hatten beeindruckt. 

 

Weingut Michael & Erich Andert

Ist das was sie machen also Naturwein? Wie definieren sie diesen für sich?

"Das werde ich oft gefragt. Ja, wir bezeichnen das was wir machen als Naturwein. Viele Fragen im gleichen  Atemzug, ob wir auch mit Reinzuchthefen arbeiten? Da denke ich mir dann meinen Teil :-). Für uns heißt Naturwein, dass nichts dazukommt und nichts weg kommt. Einzig eine kleine Dosis Schwefel vor der Füllung, wenn der Wein nicht stabil genug erscheint. Ziel ist es immer ohne Schwefel zu füllen. Das haben wir uns erstmals bei Weiß 2013 und bei Rot 2014 getraut. Da sind wir noch in einer Experimentierphase. Aber wenn ich mir die Resultate aus 2014, ein vermeintlich so schwieriger Jahrgang, ansehe, bin ich sehr stolz, denn sie zeigen sich großartig." meint Erich strahlend.

 

Und wohin soll die Reise noch hingehen?

"Ich denke wir sind am richtigen Weg," meint Erich, "nun geht es um die Feineinstellung. Natürlich wäre es spannend mit anderen Sorten zu experimentieren, wie Trousseau oder Syrah, aber wir haben ja auch noch St. Laurent und etwas Cabernet Sauvignon. Da gibt es noch viel zu entdecken. Nachdenklich machen uns natürlich auch die veränderten Bedingungen. In meiner Kindheit haben wir im Oktober gelesen, nun lesen wir Ende August oder Anfang September. Welche Veränderung in nur 30 Jahren!".
"Es wird uns nicht fad werden!" spricht Mike gelassen aus und lacht dabei , während er das Glas erhebt! 

 

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Fruktstereo - Die Quitte querdenken

Artikel auf diepresse.com vom 30.10.2019

„Rhubarber-Ann“ und „Ciderday Night Fever“: Das schwedische Duo Fruktstereo verwandelt ungenütztes Obst in Frucht-Pet-Nat und Cider. Mehr lesen auf diepresse.com

 

Die großartigen Cider von Fruktstereo gibt es bei uns im Laden und HIER im online Shop.

 

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Drink Natural in Montreal!

Montreal - berühmt für sein Essen und für seine kulinarische Szene. Innovativ, wild, abwechslungsreich, kreativ, traditionell,... Ausgefallene Bistros, ungezwungene Lokale, Pop-up-Restaurants, Fine Dining und jede Menge Weinbars prägen die Szene.

 

Wir haben einen kleinen Streifzug durch die Bars gemacht, the "NATURE" scene is huge.

 

 

 

Hier eine kurze Liste an Bars mit einer großen Auswahl von Naturweinen:

 

Vin Papillon - Un petit Bar à Vin

Little Burgundy, Rue Notre-Dame West

FR-SA 16:00-23:00

No reservations

Wunderschöner Gastgarten inmitten von selbstangebautem Gemüse, sehr chillig!

 

Mon Lapin  - Natural wine and local farm fresh foods 

The Plateau, FR-SA 17:00-23:00

No reservations

Gastgarten

 

Pastaga - vins nature et restaurant

The Plateau, Boulevard Saint-Laurent

Die erste reine Naturwein Bar in Montreal!

MO-SO 17:00-22:00

 

Cul-sec cave et cantine - Vins nature, Bio et Produits d'Artisans de la vigne

The Plateau, Rue Beaubien E

Weinflaschen auch zum Kaufen und mitnehmen

DI-SA 17:00-23:00

 

Vin Vin Vin - Bar à vins nordique

Rosemont Petite-Patrie, Rue Beaubien E

SO-MI 15:00-01:00

DO-SA 15:00-03:00

No reservations

Neu - Eröffnung Frühling 2019

 

Buvette Chez Simone - Petit local ou comptoir où l'on sert à boire  

The Plateau, Park Avenue

DI-SA 17:00 - 00:00

Gastgarten

No reservations

 

Pullmann - Bar à vin, essentially devoted to the sinful pleasures of wine   

Downtown, Park Avenue

Mo-Mi 16:30 - 00:00

DO-SO 16:30 - 01:00

 

Poincaré Chinatown

Chinatown, Boulevard Saint-Laurent

MI 11:30-01:00

DO, FR 11:30-03:00

SA 13:00-03:00

SO 13:00-01:00

Neu - Eröffnung Juli 2019

 

Und viele viele mehr... to be continued!

BAD BOYS BACK IN TOWN. KIKKO Bā x Claus Preisinger x Weinskandal

And the party goes on! Claus nennt es after harvest Laune, wir nennen es, einen Abend voller Erde Gras Reben und gutem Essen. Rock on! No reservations. No excuses. Do not miss!

 

18.10.2019 / 18-21 Uhr

Kikko Bā
Schleifmühlgasse 8, 1040 Wien

 

Facebook Event

Turn & Face the Strange Tasting 17.10.2019

BURGUND - Funky LOIRE - DIE NEUEN ÖSTERREICHER!

Als kleine Gaumenübung fürs große ODEON Event, gibt es bei uns im Shop einen Hochkaräter an Verkostung:

Domaine Derain

Sextant

Rue des belles Caves (Francois Saint-Lô)

La Batossay (Baptiste Cousin)

 & viel neues aus Österreich

 

Wann: Donnerstag 17.10.2019, 16-20 Uhr

Wo: Weinskandal, Wien

 

Verkostungsbeitrag: EUR 10

 

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Brutal!!! Was steckt dahinter?

Die Brutal Wine Corporation wurde von den beiden katalanischen Winzern Laureano Serres und Joan Ramon Escoda ins Leben gerufen. Die Entstehungsgeschichte beinhaltet die beiden Winzer und befreundete Weinhändler aus Skandinavien. Bei einer Verkostungstour durch Südfrankreich mit jeder Menge Wein, riefen die beiden Winzer immer wieder lautstark "Es brutal" aus. "Brutal" kann man aus dem katalanischen am ehesten mit "Wow" oder "Richtig geil" übersetzen. :)

An einem dieser Abend war die Idee in weinseeliger Laune geboren. Weine mit Zero/Zero sollten es sein. Soll heißen, weder im Weingarten noch im Keller wird etwas hinzugefügt oder weggenommen - kein Schwefel, keine Filtration, keine Schönung. Zero. Die maximale Produktion ist ein kleines Fass -  200 Flaschen. Aber da ist noch mehr. Der Wein sollte mit einem oenologischen Fehler (laut konventionellen Maßstäben) in Flaschen abgefüllt werden. Dieser Fehler sollte einen Teil der Schönheit des Weins ausmachen. 

Jeder auf der Welt kann das Etikett anfordern und erhalten, also quasi ein Open Source Label für Winzer, die diese Methode anwenden. Mittlerweile gibt es aber auch Varianten des Etiketts, dh. der Sensenmann von der ursprünglichen Originaletikette, der sich über das SO2 hermacht, ist nicht mehr immer zu finden.

Da die Brutal!!! Weine eine sehr geringe Auflage haben, sind sie meist heiß begehrt und jeder Jahrgang ist nur für kurze Zeit zu haben.

 

Wer macht Brutal!!! Weine:

Diverse Winzer in Frankreich (Matassa, Le Temps de Cerises, Domaine Octavin,...), Spanien (Laureano Serres Montagut, Partida Creus...), Österreich (Christian Tschida, Gut Oggau).

 

Aktuell bei uns erhältlich:

BRUTAL! ORANGE 2018 0,75L MATASSA

BRUTAL 2018 1,5L TSCHIDA

Für uns zählen die Brutal!!! Weine immer zu den spannendsten Weinen eines Jahrgangs - Flaschengewordene Avantgarde! Go for it! 

 

Quellen

http://rosforth.dk/content/brutal

https://throughthegrapevine.co/blogs/no-mog-blog/what-is-brutal-wine

Pipette Magazine, Alice Feiring


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WEINSKANDAL

Weinhändler  -  Weinladen & Online Shop  -  Weinverkostungen

Naturweine (Rotwein, Weißwein, Roséwein, Orange Wein), Pet Nat, Champagner, Sekt, Frizzante, Wermut, Cider uvm.


Wine Dealer  -  Wine Store & Online Shop  -  Wine Tastings

Natural Wines (Red Wine, White Wine, Rosé Wine, Orange Wine), Pet Nat, Champagne, Sparkling Wine, Frizzante, Vermouth, Cider and much more

 

Öffnungszeiten/Opening Times: DI - FR 16 - 19 Uhr, Ungargasse 28 (im Hof), 1030 Wien - Österreich

+43 676 83 85 81 82, bestellung@weinskandal.at

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Versandkostenfrei nach Deutschland ab einem Gesamtbestellwert von € 150